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SüßwasserpolypenSüßwasserpolyp 14

In Europa sollen 5 Arten vorkommen, die sich schwer unterscheiden lassen. Eine Art läßt sich allerdings leicht erkennen, die Grüne Hydra, Hydra viridissima. Sie ist, wie der Name schon sagt, die einzigste grüne Art. Die grüne Färbung rührt von der Symbiose mit einer Alge her, was die Grüne Hydra in die Lage versetzt, sich notfalls ausschließlich von Licht und mineralischen Nährstoffen zu ernähren. Süßwasserpolypen im Aquarium sind eigentlich interessante Studienobjekte. Allerdings neigen sie unter günstigen Umständen (und im Aquarium sind die Umstände meist günstig) zur Massenvermehrung. Neben dem unschönen Erscheinungsbild, fressen Süßwasserpolypen einen Großteil der Nahrung weg, sensible Fische reagieren auf ständige Nesselattacken empfindlich und Jungfische wird man in solchen Becken kaum sehen. Eingeschleppt werden die Hohltiere meist über Tümpelfutter oder auch als ungewollte Mitbringsel auf Wasserpflanzen. Um der Plage Herr zu werden gibt es verschiedene mehr oder weniger wirksame Methoden:

Biologische Bekämpfung

Einige Fische fressen Hydra. Besonders Jungtiere von Blauen Fadenfischen, Trichopodus trichopterus und Makropoden, Macropodus opercularis sind für die Hydrabekämpfung geeignet. Allerdings ist die Wirksamkeit begrenzt, da ein kleiner Süßwasserpolyp 13Rest der Süßwasserpolypen immer übrig bleibt. Sobald sich diese Fischarten nicht mehr in dem Aquarium befinden, geht fast immer die Hydraplage von neuem los.

Bekämpfung mit Wärme

Süßwasserpolypen sterben bei Temperaturen über 40°C ab. Da bei diesen Temperaturen Eiweiß zu gerinnen beginnt sind auch alle anderen Tiere stark gefährdet, so dass bei dieser Behandlung sämtliche Tiere (Fische, Garnelen, Schnecken u.w.) aus dem Becken zu entfernen sind, was in der Regel recht aufwendig ist. Diese Methode wird aus diesem Grund auch sehr wenig praktiziert. Sie eignet sich aber sehr gut um den Übertragungsweg durch Wasserpflanzen zu minimieren. Da fast alle Wasserpflanzen kurzzeitig solche Temperaturen überstehen, können neue Wasserpflanzen, wo der Verdacht einer Hydrabesiedlung besteht, 5 min in einen mit ca. 42°C warmen Wasser    gefüllten Eimer enthydrafiziert werden.

Bekämpfung mit Kupfer

Viele Wirbellose sterben bei kleinsten Mengen von Kupferverbindungen im Wasser. So auch die Süßwasserpolypen. Die meisten der im Handel erhältlichen Mittel zur Hydrabekämpfung basieren auf Kupferverbindungen. Um die Schäden bei sonstigen Aquarienbewohner so gering wie möglich zu halten, sollten doch die Dosierung, die der Beipackzettel vorschreibt, eingehalten werden. Alternativ dazu kann auch einfach ein Kupferplatte in das Aquarium gestellt werden. Je nach Größe (Fläche) dieser Platte sterben die Polypen nach wenigen Tagen ab, dieser Prozess sollte ständig beobachtet werden um die Kupferplatte rechtzeitig wieder zu entfernen. Bei dieser Methode bleibt die Kupferkonzentration im Wasser meist so niedrig, dass auch empfindliche Schnecken überleben und nur die Hydra abstirbt. Hardcore -Hydrabekämpfer hängen zwei Kupferplatten in ihre Aquarien und verbinden diese jeweils mit dem Plus und Minuspol einer Flachbatterie. Die bei dieser Elektrolyse freigesetzten Kupferionen führen zu einem Absterben der Hydra innerhalb weniger Minuten, allerdings besteht hier die Gefahr der absoluten Überdosierung und somit der Schädigung aller anderen Organismen im Aquarium. Von dieser Methode möchte ich auf Grund dieser Risiken ausdrücklich abraten.

Bekämpfung mit Flubenol

In der Tiermedizin wird der Wirkstoff Flubendazol gegen Endoparasiten wie Faden- und Bandwürmer eingesetzt. Dieser Wirkstoff kann auch zur Hydrabekämpfung benutzt werden.

Im Handel ist es als als Flubenol mit 5% Bestandteil als Pulver erhältlich. Flubenol ist rezeptpflichtig. Der Tierarzt kann dieses Rezept erstellen. Das Pulver ist oft nur ab 500g erhältlich. Diese Menge würde mit hoher Wahrscheinlichkeit mehreren Aquarianern bis an ihr Lebensende reichen. Die empfohlene Dosierung liegt zur Planarienbekämpfung bei 0,2g/100l. Da Hydra auf Flubenol empfindlicher reagiert reichen auch 0,1g/100l. Bei dieser Dosierung kommen weder Fische noch sonstige gehaltene Wirbellose zu Schaden, jedenfalls ist mir kein Fall bekannt.

PlanarienPlanarie 07

Es existieren ca. 3000 Arten. Im Meerwasser gibt es größer werdende Arten, welche ansprechend bunt gefärbt sind und sich als Nahrungsspezialisten im Aquarium nur sehr schwer halten lassen. Nun die Planarien in unseren Süßwasseraquarien sind das blanke Gegenteil – klein, unansehnlich, Allesfresser und eine Plage. Auch Planarien neigen im Aquarium zur Massenvermehrung. Spätestens wenn dann die gesamte Rückwand wie eine lebende Masse aussieht hat der Aquarianer ein Problem. Die Schadwirkung der Planarien besteht aus der Nahrungskonkurrenz zu langsamfressenden Tieren, Laich wird vertilgt und zusätzlich sondern einige Planarienarten eine klebrige Substanz ab, die Bodenbewohner doch sehr hinderlich ist, abgesehen davon dass bei Pflegearbeiten in solchen Becken diese Substanz unangenehm an den Händen haftet.

 

Planarie 09Bekämpfung

An dieser Stelle kann ich mich kurz fassen. Außer Flubenol haben alle anderen Methoden, die ich ausprobierte versagt. Das Problem wurde in der Regel kurzzeitig vermindert, aber nach kurzer Zeit stellte sich der alte Zustand wieder ein.

Flubenol

Wie schon im Teil Süßwasserpolypen beschrieben, ist Flubenol rezeptpflichtig und kann vom Tierarzt verschrieben werden. Zur Planarienbekämpfung wird eine Dosierung von 0,2g/100l bei 5%tigen Flubenol empfohlen. In meinen befallenen Aquarien ist bei 50% nur eine einmalige Behandlung notwendig gewesen. Eine erneute Flubenolbehandlung sollte vom erneuten Auftreten der Planarien abhängig gemacht werden. Nach der Zugabe von Flubenol  verlassen die Planarien nach 1-2 Tagen den Bodengrund und sitzen mehr oder weniger regungslos an verschiedenen Gegenständen, was sich besonders an den Scheiben des Aquariums beobachten lässt. Nach ca. 5 Tagen sind die Planarien dann verschwunden.

 

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