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Rotalgen (Pinselalgen)

Rotalgen haben den kurzwelligen Teil des Lichtspektrums erschlossen. Sie haben sich vor über 1 Milliarde Jahren herausgebildet. Rotalgen haben also ebenfalls genug Zeit gehabt sich den schwierigsten Bedingungen anzupassen.

Sehr anschaulich demonstrieren Pinselalgen im Aquarium diese Anpassungsfähigkeit. In der einschlägigen  Literatur tauchten erst Ende der 60iger Jahre des vorigen Jahrhunderts erste Artikel über Pinselalgen auf, vorher gab es dieses Pinselalgen 3Thema und die Algen in den Aquarien nicht. Seit dieser Zeit hat diese Algenart (oder Arten?) ihren Siegeszug kontinentübergreifend in den Süßwasseraquarien angetreten. Irgendwie, mit neuen Wasserpflanzen, mit dem Restwasser von Fischtransporten, mit dem Futter oder .... schleppt man sich Pinselalgen ein. In den Anfängen sind es kleine dunkle Flecken von 1 – 2 mm Durchmesser, welche nach und nach zu größeren Büscheln mit nun deutlich sichtbaren Fäden heranwachsen, im Endergebnis überzieht ein „prachtvoller“ dunkelroter Pelz Pflanzen und sämlichen anderen Substraten im Aquarium. Pinselalgen haben an sich keine Schadwirkung in der Funktion des Aquariums. Da Pinselalgen ein Weilchen zum Wachsen brauchen, sitzen sie nur auf älteren Blättern der Wasserpflanzen, welche sowieso meist bald absterben. Giftstoffe werden nicht erzeugt und riesige Mengen an Nährstoffen scheinen sie auch nicht zu verbrauchen. Es sieht halt bloß äußerst undekorativ aus. Eigenartigerweise werden in einer Aquarienanlage selten alle Becken befallen. In einigen wuchern Pinselalgen geradezu, in anderen Becken bei fast gleichen Verhältnissen wächst nicht eine Pinselalge. Setzt man eine mit Pinselalgen bewachsene Pflanze in so ein Becken verschwinden diese in relativ kurzer Zeit. Das heißt aber nicht, dass dieser pinselalgenfreie Zustand ewig anhalten muss. Irgendwann ändern sich die Verhältnisse schlagartig und die Pinselagen erobern auch diesen Lebensraum. Sind die Pinselalgen erst einmal da, so bekommt man sie kaum wieder weg. Pinselalgen sind keineswegs auf hohe Nährstoffkonzentrationen wie man sie bei vernachlässigten Aquarien öfter vorfindet angewiesen, auch das Lichtspektrum, die Lichtmenge und Beleuchtungsdauer scheinen keinen prägnanten Einfluss auszuüben. Nach meinen Beobachtungen führt eine Eisendüngung zu einer Explosion des Wachstums der Pinselalgen. 

Hat man sich einmal Pinselalgen eingeschleppt so gibt es kaum Bekämpfungsmöglichkeiten. Im folgenden eine Aufzählung einiger möglichen Bekämpfungsmethoden:

  • Kohlendioxidzufuhr*
  • mehr Wasserwechsel*
  • Änderung der Beleuchtung*
  • Vergrößerung des Wasserpflanzenbestandes*
  • Verringerung der Futtermenge*
  • Einsetzen von Apfelschnecken*
  • Veränderung des Redoxpotentials mit Wasserstoffperoxid*
  • Neueinrichtung des Aquariums nach Sterilisieren
  •                                                                                                                           *selbst ausprobiert

    All diese Methoden haben nach Aussage von Aquarianern schon zum Erfolg geführt. Meine Pinselalgen überstehen diese Versuche seit Jahren leider unbeschadet. Die einzigste Möglichkeit, die in meinen Aquarien zu einer Eindämmung der Pinselalgen geführt hat, ist das Einbringen von Zwerggarnelen in größeren Stückzahlen. Zwerggarnelen fressen an den Pinselalgen und kürzen diese dadurch ein. Die Pinselalgen sind zwar immer noch da, aber nur als relativ kleine schwarze Flecke und nicht als langfasriger Pelz, was etwas unauffälliger und damit wesentlich besser aussieht.

     

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